General Anzeiger bombt das 7-Gebirge zurück in die Steinzeit

Bevor ich den Artikel vom Bonner General Anzeiger zerlegen werde, sollte ich hier vielleicht zunächst einmal meinen ganz persönlichen Bezug zu dem Thema Maibaumstellen beschreiben, denn vom Inhalt sind sich beide Geschichten nicht ganz unähnlich.

Vor 22 Jahren wohnte ich in Bonn mitten  am Bertha von Suttner Platz und meine damalige Freundin in der Bonner Altstadt auf der Dorotheenstr 1.

Zur Mainacht hin war ich zufälligerweise mit einem befreundeten Zimmermann samt einem 7,5 Tonnen LKW am arbeiten gewesen und so kauften ich abends auf dem Nachhauseweg noch schnell einen Maibaum, den ich allerdings viel zu gross ausgesucht hatte. Nach dem Fällen des Baumes bekamen wir ihn nicht aus dem Unterholz gehoben und mussten den Baum mit Eisenketten am LKW aus dem Wald zerren.

Und dann Nachts beim Aufstellen merken wir erst, dass der Baum ungefähr dreimal so lang wie die Dorotheenstrasse überhaupt breit war, was zu einem ganz schönen Geraffel führte, bis dieses Monster von einer Birke endlich an der Hauswand stand.

Um ein-zwei Uhr bin ich bei mir zuhause nochmal auf den Speicher gegangen und sah vom Bertha von Suttner Platz hinüber zur Bonner Altstadt und mein Baum ragte weit über die nächtliche Dachsilhouette der Altstadt hinaus.

Uncheckbar krasse Sache war das, dachte ich mir und schlief völlig erschlagen und strunz zufrieden ein.

Am nächsten Morgen wurde ich durch unsanfte Telefonspielchen geweckt, die eine ganze Zeit lang gingen, bis ich langsam mal die message dahinter zu begreiffen began.

Ein paar Sekunden später sah ich am Dachfenster auch keinen Birke mehr, die mir weit über den Dächern der Altstadt zuwinkte, so wie sechs Stunden zuvor noch.

Ey was war geschehen? Das gibts doch nicht, der Baum war zu schwer und zu gross gewesen, als dass man ihn ohne grösseren Aufwand hätte einfach wieder wegnehmen können.

Und das wäre auch niemals möglich gewesen, ohne das meine damals achsogeliebte Freundin den Lärm gehört hätte. Weil Mainacht hin oder her, selbst in Bonn standen damals um zwei Uhr Morgens die meisten Maibäume an ihren vorgesehenen Plätzen, zu gross war nämlich das Risiko, als Nachzügler von den Cops als jemand mit Baum ohne Papiere aufgegriffen zu werden. Zumal ja eine grössere Truppe für das Klauen meines mega Baumes erforderlich sei, dachte ich mir, wir brauchen ihn nicht mit Ketten und Schlössern zu sichern.

NIEMAND STIEHLT EINEN BAUM DER FAST EINE HALBE TONNE WIEGT

Das dachte ich damals und musste halt wohl langsam mal lernen, dass denken nicht gleich wissen ist.

Und ich bin mir sicher, dass besagtes Baby es mir damals nicht geglaubt hatte.

Mir einfach nicht diesen unglaublichen Moment geglaubt hatte, den ich hatte, als ich nachts um zwei meinen Baum weit über den Dächern Altstadt hatte im wind leicht schauckeln sehen.

Was übrigens mir mein damals noch mit mir befreundeter Zimmermann dann auch nicht geglaubt hatte, als ich ihn anrief und am Telefon erzählte, dass der Baum weg war.

“Leck mich am Arsch Ulli” war dann eigentlich so ziemlich das letzte, was ich seit dem von ihm gehört habe.

Ja geile Action Ulli, die Freundin denkt du bist ein Labberkopf und dein  Kumpel denkt, dass du ein Idiot bist und beide Beziehung gehen anschliessend in die Brüche.

Der Zimmermänn so mit der Axt “LMAA ULLI” und mein damaliges Baby mehr so durchs Hintertürchen.

But who cares?

rischtig

wischtisch ist nämlich nur die gewonnene Erkentnis daraus:

je grösser der Maibaum, um so eher wird er dir geklaut.

 

Dat is nu ma so bei uns Rheinländern und darum verstehe ich auch nicht, wie der Lokalmaterdor des generalen Anzeigers sich folgenden Schähmtext über unsere Heimat aus den Fingern saugen kann:

General Anzeiger

Der erste Satz gibt mir in vielerlei Hinsicht genügend Grund, mich als Einheimischer mal mit einzumischen.

Früher hätte man in Thomasberg wahrscheinlich nicht viel Federlesens gemacht, sondern den Schuldigen direkt in Heisterbacherrott ausgemacht. Damals trafen sich Strücher und Leddeköpp ja auch nach dem Kirchgang am Lauterbach, der Grenze zwischen beiden Orten, um sich zu vermöbeln.

Achja, so ist das also hier oben oder wie?

 

 

Wie die wilde Tiere müssen wir hier oben in den Augen des Schreibers gewesen sein und uns Sonntags nach dem Amen in der Kirche anschliessend wieder die Seele aus dem Leib geprügelt haben…..und das nur, weil wir an zwei miteinander bitter verfeindeten Ufern des bitter-bösen Baches Lauterbach lebten.

Hm?

Was fürn Lauterbach meint denn der überhaupt?

Lauterbach?

Hallo?

Wie Heist der Bach?

HEISTERBACH?

Das klingt doch alles arg nach einer selbst ausgedachten Story, zumal doch das Wort “Strücher” hier oben ursprünglich nur einen kleinen Teil eines Feldweges bezeichnete, wo sich nach und nach aus den dort wohnenden Erben der Steinbrüche auch ein art von Verwaltung der Steinbrüche ansiedelte, was anschliessend hand in hand ging mit der Enstehung einer vor-komunalen Verwaltung.

In den besagten Steinbrüchen trugen sämtliche Arbeiter, Besitzer und Kunden innerhalb der Brüche zum Schutze des eigenen Hauptes vor herab fallenden Steinen eine aus groben Leder angefertigte Kopfbedeckung, die zu der Bezeichnung “LEDDAKÖPP” führte.

Und natürlich ging man hier früher Sonntags bestimmt in die Kirche oder lies es auch bleiben, doch ausser kleinern Streitigkeiten zwischen den Steinbruchbesitzern untereinander und ihren Erben und oder ihren Arbeitern oder auch gab es bestimmt Streit innerhalb der Arbeiterschaft/Leddaköppe insgesamt , doch eine geografische Blutsfeindschaft gab es hier niemals.

Mehr beef gabs meiner Meinung nach vorher zwischen den drei “Grossgrundbesitzern” und ihren Arbeitern, die vor zwei dreihundert Jahren mit ihren Höfen und Ländereinen das Bild der Gegend hier oben bestimmten.

Doch seitdem hier oben der liebe Herr Mertins mit seiner Firma Merex mitmischen durfte, fliegen wir nun Sonntags nach der Kirche mit unseren eigenen Kampfjets komplette  Angriffe gegeneinander, mit Laser gelenkten Luft zu Boden Raketen.

Alles andere ist einfach eine plumpe Lüge.

Würde sich denn sonst der Karnevalsverein von Thomasberg “die Strücher” und eine Karnevalskombo von hier oben “die Leddaköpp” nennen, wenn Blut und eingeschlagene Schädel nach dem gemeinsamen Kirchgang darin ihren Ursprung hätten?

think about, du nestbeschmutzender Lokalprolet.

Da wird auch kein nachgeschobenes “achtung, Artikel ist nicht ganz ernst gemeint” mehr helfen und auch das wohnen am Rhein hilft nicht wirklich, weil wir ja seit Jahrtausenden unsere Steine dorthin werfen.

 

 

Die Sache mit dem Maibaum war doch dabei eigentlich ganz einfach. Zuerst haben wir uns alle hier in H-rott pudelnackig gemacht und sind dann heimlich rüber nach Thomasberghausens

Dort haben wir uns anschliessend auf die Lauer gelegt

bis es dann endlich dem härtesten Typen aus ganz H-rott gelang und

fuck yeah, den Maibaum vom Strücher jekleut….

 

Doch eigentlich verstehen wir uns mehr auf das Klauen von Knöpfen, verstehen Sie Herr General Anzeiger?

 

 

 

Das Reich des Drachen hat gesprochen, over and out.

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